Abschiedsbrief
Hallo Mäuschen
Zwei Monate ist es nun her.
Zwei Monate ist es nun her – es kommt mir vor wie ganze Jahre, weil sich das Leben einfach nicht beruhigen will. Immerhin haben wir dich in der Zwischenzeit wieder zurückbekommen; nur deine Nähe und Wärme nicht.
Ja, „Misere“ gibt sich redliche Mühe, etwas kuscheliger zu sein, aber sie war nie eine Kuschel- oder gar Sofakatze, und sie wird es auch nicht mehr. Trotzdem liegt sie nun viel öfter bei uns, seit du nicht mehr die Decken beschlagnahmen kannst. Und ich habe auch keine Ahnung, was du dem großen Kater erzählt hast – seit du nicht mehr da bist, lümmelt der Kerl tagein, tagaus auf dem Sofa herum, blockiert gleich drei Sitze auf einmal. Aber auch der gemütliche Kater ist keiner, den man stundenlang kämmen und durchwuscheln und wieder kämmen und kuscheln darf. Du warst die Einzige, die das genießen konnte.
Und deshalb fehlst du mir. Jeden Abend fehlst du mir, wenn ich zur Wohnzimmertür schaue und denke, dass du jeden Moment hereinkommen und auf das Sofa springen würdest. Ich hoffe, dir geht es wieder gut und hast Gil und Higgins wiedergefunden.