Zur Sternenkarte

Erinnerungsprofil

Gil sitzt aufmerksam auf dem Boden und blickt ruhig zur Seite
Die Leiseste von allen – und doch überall zu spüren.

Die Mama unserer kleinen Familie

Gil

„Du verbandest uns alle.“

Abschiedsbrief

Hallo, kleine Maus

Ich habe dir Sonnenblumen gepflückt.

Ein Bild von Gil, eine Katzenurne und eine Sonnenblume

Hallo, kleine Maus,
Ich habe dir Sonnenblumen gepflückt. Genau, auf dem benachbarten Wildblumenfeld, da standen so viele - ich hoffe, sie gefallen dir. Ich stelle sie einfach zu deiner Erdbeere; so kannst du sie sehen.

Aber lass uns nicht bloß von schnöden Blumen reden. Sag, wie geht es dir hinter dem Regenbogen? Ist dort alles so, wie man sich den Katzenhimmel vorstellt? Nun sag schon, legen sich einem dort die Mäuse wirklich freiwillig ins Maul? Wie ist es mit den Katern? Sind ein paar Ansehnliche dabei, oder sind es alles nur sprunghafte Jünglinge? Und sag, hast du Freunde gefunden? Ja, du hast recht, das ist eine blöde Frage. Ich wette, du bist der Mittelpunkt der ganzen Fellmeute – bist für jeden dort wie eine Mama; von den Kindern geliebt, von den Katzen geachtet und von den Katern umworben. Das freut mich.

Wie es bei uns ist, fragst du? Ach, mach dir keine Sorgen, wir kommen schon klar. Wirklich. Jetzt schau nicht so grimmig, denn was hätte ich anderen sagen können? Etwa, dass nun schon sechs Monate vergangen sind und noch kein Tag darunter war, da du uns nicht gefehlt hättest? Natürlich fehlst du uns. Ach, Gil, immer wenn das Mäuschen am Bettende schläft, wie du es sonst getan hast, denke ich, du wärest es, bis ein zweiter Gedanke die Dinge zurechtrückt. Misery ist maulig, weil sie abends so allein ist, ja sie hat sogar angefangen, Socken zu jagen, wie nur du es konntest. Dann ruft sie alle zum Essen, wohl hoffend, du kämest wieder. Du fehlst ihr sehr, kleine Maus.

Aus diesem Grund haben wir eine neue Katze zu uns geholt. Maja heißt sie – sie brauchte ein neues Zuhause, und wir dachten, der Misery könnte etwas mehr Gesellschaft helfen. Aber niemand weiß, ob sie je das für Misery sein kannst, was du ihr warst. Und es ist auch ungerecht, so etwas von Maja zu erwarten. Und es ist noch ungerechter, wenn wir sie hin und wieder versehentlich »Gil« rufen. Denn sie ist nicht die »Gil«, es ist »Maja«, eine wundervolle, verschmuste, liebenswerte Katze mit Pinselöhrchen, wie du sie hattest.

Du fehlst uns, Gil. Immer noch. Für immer. Aber das ist gut so, denn umso dankbarer sind wir für die Jahre mit dir. Trotzdem sorge dich nicht um uns, stattdessen genieße dein neues Leben. Wir sehen uns ja wieder. Pass auf dich auf!

Gibt es bei euch eigentlich rosa Einhörner? Ich frage- ich frage für einen Freund.

Hallo, kleine Gil

Ein Jahr ist vergangen..

Ein Bild von Gil, eine Katzenurne, eine Plüscherdbeere und eine Sonnenblume

Hallo kleine Gil,
ein Jahr ist vergangen. Es kommt mir vor wie ein Monat. Kommt mir vor, als warst du noch vor Kurzem da. Und schaue ich die Sonne eines eiskalten, stahlblauen Morgens, fühlt es sich auch genau so an. Nein, so war das nicht gemeint! Ich bin froh, dass du uns nach Monaten des wolkigen Einerleis etwas Sonne schickst, nur erinnert die sonnige Eiseskälte eben auch an diesen einen furchtbaren Tag.

Aber genug davon. Wir wollen deinen Geburtstag im neuen Leben nicht betrauern, wollen uns stattdessen für dich und mit dir freuen. Ich hoffe, du schmeißt eine Party, wie sie anderen Fellpopos noch nicht gesehen haben – mit Katzenminze und Snacks und Katern. Lass keinen aus, denn dafür ist das Nachleben schließlich da.

Wir vermissen dich.